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Insulinaufnahme per Lunge

Patienten haben neuerdings die Möglichkeit Insulin zu inhalieren. In Deutschland neu auf dem Markt ist das inhalative Insulin Exubera, das die Diabetestherapie verbessern kann.

Die Anzahl der Diabetiker steigt weiterhin an. Weltweit gibt es etwa 170 Millionen. Bis 2030 wird mit einer Verdopplung gerechnet. Um die Folgekosten so niedrig wie möglich zu halten, bemühen sich Wissenschaftler neue Behandlungsansätze zu erarbeiten. So vor allem die deutschen Mediziner, die etwa sieben Millionen Patienten zu betreuen haben. Drei Viertel der Betroffenen sind 60 Jahre und älter. Etwa 90 Prozent davon leiden am Typ-2-Diabetes und etwa 10 Prozent sind Typ-1-Diabetiker. Deutschland steht damit an Position sechs der “Top Ten Diabetes” weltweit. Ursache der Krankheit ist ein gestörter Zuckerwechsel. Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit wie beispielsweise Reis, Nudeln, Kartoffeln uns Süssigkeiten wird vermehrt Insulin in der Bauchspeicheldrüse produziert, damit die Zellen im Körper den Zucker aus der Nahrung aufnehmen können und um eine Überzuckerung des Blutes zu vermeiden. Und genau da liegt das Problem des Diabetikers.

Beim Typ-1 ist der Körper nicht in der Lage ausreichend Insulin zu produzieren. Daher wird bei seiner Therapie von Anfang an Insulin gespritzt. In seltenen Fällen nutzen die Betroffenen die Insulinpumpe.

Bei Typ-2 besteht vielmehr eine Insulinresistenz der insulinabhängigen Körperzellen. Wird eine derartige Zelle bei gesunden Menschen mit Insulin stimuliert, werden vermehrt Glucose-Transportproteine vom Typ 4 in die Zellmembran eingefügt. Bei Typ-2-Diabetikern ist unter anderem dieser Mechanismus gestört. Ärzte behandeln ihn anfänglich mit Tabletten. Sind diese nicht mehr ausreichend wirksam, muss auch hier Insulin eingesetzt werden. Mit Hilfe eines stiftähnlichen Pens spritzen sich die Betroffenen das Insulin bislang in das Unterhautfettgewebe von Bauch, Gesäß oder Oberschenkel. Doch nicht jeder empfindet diese Methode als angenehm.

 

Für Patienten mit Spritzenangst oder Furcht vor einer Insulinabhängigkeit ist sie eher ungeeignet. Oft nehmen sie sogar eine schlechte Blutzuckereinstellung in Kauf, nur um das Spritzen zu vermeiden. Selbst Diabetiker mit Sprizenerfahrung erleben das ständige “Spritzenmüssen” als Belastung. Die Hemmschwelle wird immer größer. Dabei sollte jeder Diabetiker, wenn erforderlich, die effektive Insulintherapie möglichst früh nutzen, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Ein gut eingestellter Stoffwechsel bedeutet für den Patienten mehr Gesundheit, mehr Freiheiten in seiner Lebensführung und weniger Spätschäden.

Aus diesem Grund entwickelten Mediziner das inhalative Insulin für den Typ-2 Diabetiker. Es kommt zum Einsatz, wenn die Tabletten-Therapie nicht mehr ausreichend und eine Insulintherapie nötig wird. Eine Kombination mit Tabletten oder anderen Spritz-Insulinen ist möglich. Der Inhalator funktioniert rein mechanisch mit Insulin als Trockenpulver. Die benötigte Menge wird per Druck fein in eine Inhalationskammer verteilt. Über ein Mundstück atmet es der Patient ein. so gelangt es in die unteren Atemwege und von dort weiter in das Blut. Anzuwenden ist diese spezielle Therapieform etwa 10 Minuten vor einer Mahlzeit, da es etwas schneller wirksam ist als kurzwirksames Insulin. Die genaue Dosierung legt der Arzt zusammen mit dem Patienten fest. Anfängliches Husten ist kein Grund zur Besorgnis.

Ungeeignet ist diese Art der Insulinaufnahme jedoch für Raucher, Patienten mit schwerem Asthma, schwerer COPD, für Schwangere und für Patienten unter 18 Jahren. Die Anwendungsbeschränkung beruhen auf der begrenzten Datenlage über die Sicherheit der Anwendung bei diesen Patienten. Bisher zeigen die Untersuchungen jedoch keine nachteiligen Effekte auf die Lunge. Noch findet diese Therapie wenig Anwendung. Grund hierfür können das unhandliche Inhalationsgerät und der Preis sein. Der Gesetzgeber sieht keinen Vorteil in der Insulin-Inhalation, so dass die drohenden Mehrkosten bei der Bewertung im Vordergrund stehen. (Autorin: Uta Simonsen)

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